Erhalt alter Kirschsorten im Landkreis Holzminden
Um die Sortenvielfalt der Kirschen im Landkreis Holzminden genauer zu untersuchen, wurden in den Jahren 2013 – 2015 über 1000 alte Kirschbäume von der Pomologin Dr. Annette Braun-Lüllemann bestimmt. Neben alten Streuobstwiesen zählten auch die besonders markanten Obstbaumalleen entlang der Straßen zum Untersuchungsgebiet. Hierbei konnten 65 verschiedene Kirschsorten, davon 53 Sorten (52 Süßkirsch- und 1 Sauerkirschsorte) in der Rühler Schweiz, nachgewiesen werden. Von diesen Sorten sind 80 % als gefährdet einzustufen und über 20 % bundesweit vom Aussterben bedroht.
Der Landkreis Holzminden trägt eine besondere Verantwortung, denn 12 Sorten sind bundesweit nur in unserer Region zu finden.
Unsere Regionalsorten
- Braunrote Herzförmige-An
- Burgberger Rotbunte-An
- Golmbacher Breite Mittelfrühe-An
- Golmbacher Ertragreiche-An
- Golmbacher Späte Kugel-An
- Golmbacher Späte Rotbunte-An
- Golmbacher Spitze-Rotbunte-An
- Lobacher Blankette-An
- Lobacher Rotbunte-An
- Hehlener Elton-Ähnliche-An
- Holenberger Bernsteinkirschen-Ähnliche-An
- Holzberger Sahliser-Ähnliche-An
An: Arbeitsname. Ist die Bezeichnung bei Sortenneufunden. Bei diesen Kirschsorten kann es sein, dass diese in der Vergangenheit nie als eigene Sorte dokumentiert wurden oder der ursprüngliche Name verloren gegangen ist.
Sicherung der Vielfalt
Zur Sicherung der seltenen und regionalen Süßkirschsorten vor Ort wurde ein für die Öffentlichkeit zugänglicher Sortenerhaltungsgarten im direkten Übergang zu den bestehenden alten Streuobstwiesen von Manfred Böker oberhalb von Golmbach in 2017 errichtet. Derzeit beherbergt das Areal um die 80 Jungbäume mit 50 verschiedenen Kirschsorten. Neben den Regionalsorten finden sich hier ebenfalls besonders empfehlenswerte seltene Sorten für Hausgärten und Streuobstwiesen, die in regionalen Baumschulen angefragt werden können.
Kontakt
Die Betreuung des Sortenerhaltungsgartens und die Sicherung der genetischen Kirschenvielfalt im Landkreis Holzminden wird durch verschiedene Akteure ermöglicht. Projektträger ist die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Holzminden (naturschutz@landkreis-holzminden.de). Die Projektbetreuung erfolgt durch die Ökologische Station. Bei Fragen zu den Regionalsorten kontaktieren Sie gerne Vera Kühlmann (Ökologische Station Solling-Vogler, naturschutz@naturpark-solling-vogler.de).
Die Instandhaltung des Sortengartens und die Pflege der einzelnen Bäume wird über die Naturschutzstiftung des Landkreis Holzminden ermöglicht.