Weidetiere in der Landschaftspflege

Heckrinder     Nähere Informationen zur
Fleischbestellung von Auerochsen
Galloway-Rinder     Nähere Informationen zur
Fleischbestellung von Galloway-Rindern

Wer von Ihnen kennt sie noch? Die alten, in den verschiedenen Landstrichen gezüchteten, an ihre Umgebung angepassten, unterschiedlichen Nutztierrassen? In ihrer Herkunft regional geprägt, sind sie in vielen Gegenden verschwunden. Die Modernisierung der Landwirtschaft brachte Hochleistungsnutztiere ohne spezifische Fähigkeiten hervor. Die Landschaft wurde an die Tiere angepasst, bzw. die Tiere wanderten in Ställe. Dort gibt es heute ein speziell an sie angepasstes Futter und über das ganze Jahr gleichmäßige Bedingungen.

Alte Haustierrassen zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass sie robust, genügsam und anspruchslos sind und meist das ganze Jahr über draussen bleiben können. Sie werden - je nach Eignung - im Naturpark vielfältig eingesetzt und sind daher an verschiedenen Stellen zu Hause. So weiden zum Beispiel am Rande des Hochmoores Exmoorponys und Galloway-Rinder, auf den Silberborner Bergwiesen das Rote Höhenvieh, in den Eichen-Hutewäldern am Reiherbach urig anmutende Heckrinder und auf den Magerrasen in der Rühler Schweiz Ziegen und Schafe.

Weidetiere haben seit der Eiszeit die Entstehung der Landschaft beeinflusst und offene baumfreie Flächen innerhalb der Wälder geschaffen. Auf beweideten Flächen herrscht ein großer Artenreichtum mit vielen verschiedenen Wechselwirkungen, z. B. leben Mistkäfer vom Dung der Weidetiere. Diese wiederum können Fledermäusen als Nahrung dienen. Gemähte Wiesen gibt es erst seit Beginn der Stallhaltung vor ca. 200 Jahren. Bei der Beweidung gibt es keine starren Nutzgrenzen. Es bleiben Säume und Vegetationsmosaike, die die Artenvielfalt erhöhen.

Extensiv gehaltene Weidetiere tragen zum Erhalt einer reich strukturierten Landschaft bei!

Mehr Infos zu: Heckrindern

Die Heckrinder

Das Heckrind ist eine Abbildzüchtung des bereits seit 1627 ausgestorbenen Auerochsen. Der Auerochse gilt als Stammvater der heutigen Hausrinder. Das Heckrind ähnelt dem ursprünglichen Auerochsen sehr, ist jedoch deutlich kleiner.

Typische Merkmale:

  • weißbehaartes Maul
  • Bullen in der Regel schwarz mit einem hellgrauen Strich auf dem Rücken (Aalstrich)
  • Kühe schwarz bis rotbraun
  • dickes Winterfell, dünnes Sommerfell
  • weit ausladende, geschwungene Hörner
  • Widerristhöhe und Gewicht:
  • Bullen: 142-160 cm, 700 - 1.000 kg; Kühe: 131-140 cm, 500 - 700 kg

Besondere Lebensweise:

  • kalben ohne fremde Hilfe
  • robust gegenüber Witterung
  • in der Vegetationszeit Anlage einer dicken Fettschicht, um gut durch den Winter zu kommen!
  • benötigen im Winter Zufütterung durch Heu
Zur Auerochsen-Fleischbestellung:
Bestellflyer_Auerochsen.pdf (108,9 kB)
Mehr Infos zu: Exmoorponys

Die Exmoorponys

Exmoorponys gelten als eine der ursprünglichsten Pferde Europas. In ihrer Heimat im Exmoor-Nationalpark im Südwesten Englands leben sie seit etwa 1000 Jahren halbwild ohne Zufütterung in der freien Landschaft.

Dort herrscht häufig feucht-kaltes und windiges Klima, an das sie hervorragend angepasst sind.

Daher können sie auch im Solling als Landschaftspfleger gut eingesetzt werden.

Typische Merkmale:

  • helles Mehlmaul und helle Augenringe
  • mittelbraunes, glatt und hart anliegendes Sommerfell
  • Winterfell mit dichter isolierender Unterwolle und dunkelbraunem fettigen wasserabweisendem
  • Deckhaar
  • Stockmaß und Gewicht: bis 130 cm; 310-370 kg

Besondere Lebensweise:

  • fohlen ohne fremde Hilfe
  • robust in Bezug auf Witterung und Futter
  • können im Winter Nährstoffe aus verdorrtem Gras, Blättern, Zweigen oder Baumbast beziehen!
  • Anlage einer dicken Fettschicht, um gut durch den Winter zu kommen!
  • verbringen das ganze Jahr im Freien ohne Unterstützung durch den Menschen
Mehr Infos zu: Roten Höhenvieh-Rindern

Rote Höhenvieh-Rinder

Das Rote Höhenvieh-Rind ist ein genügsames und robustes Rind. Das Hauptverbreitungsgebiet dieses einfarbig rotbraunen Rindes war und ist der mitteleuropäische Raum.

  • helles Maul
  • helle Hörner mit dunklen Spitzen
  • fruchtbar, leichtkalbig und sehr kräftige, vitale Kälber
  • heute sogenanntes Zweinutzrind: Haltung als Fleisch- und Milchrind (Früher noch als Zugtier eingesetzt)
  • gute Bemuskelung und hohe Fleischqualität
  • Widerristhöhe und Gewicht:
    Bullen: 135-145 cm, 750 - 950 kg;
    Kühe: 130-140 cm, 500 - 700 kg
Mehr Infos zu: Galloway-Rindern

Galloway-Rinder

Das Galloway-Rind ist eine, aus dem Südwesten Schottlands stammende Rinderrasse. Die hornlosen Rinder gelten als besonders friedfertig, genügsam und widerstandsfähig. Die Färbung kann sehr unterschiedlich sein: Einfarbig schwarz, blond, rot; White; Belted (durchgehender weißer Bauchring); Rigget (gepunktet)

  • meist schwarz, langes gewelltes Oberhaar und dichtes Unterhaar
  • fruchtbar, leichtkalbig, gute Muttereigenschaften, gute Futterverwertung
  • ihr Fleisch hat einen unverwechselbaren Geschmack und hohe Qualität
  • Widerristhöhe und Gewicht:
    Bullen: 135 cm, 600 - 900 kg;
    Kühe: 120 cm, 450 - 600 kg
Zur Galloway-Fleischbestellung:
Bestellflyer_Gallowayfleisch.pdf (242,7 kB)

 

Die im Naturpark neben dem Hutewald existierenden Beweidungsprojekte werden in den Jahren 2014 und 2015 von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.