Andere Weidestandorte

Exmoorponys und Heckrinder im Projektgebiet Hutewald

Im Reiherbachtal wird in einem 220 ha großen Wald-Offenland-Komplex eine Norm der Beweidung erprobt. Dabei soll die bedeutende "Hutelandschaft“ mit ihren Tier- und Pflanzenarten erhalten und weiterentwickelt werden. Hutewälder sind meist ortsnahe, lichte, alteichenreiche Wälder, in denen jahrhundertelang Weidetiere eingetrieben wurden. Durch diese Beweidung bedingt, entstand ein in Raum und Zeit hochdynamisches Mosaik aus Wäldern, Gebüschen, Weide- und Rohbodenstandorten.

Exmoorponys und Heckrinder werden zur Pflege und Entwicklung dieses Hutewaldes eingesetzt.

Heckrinder und Exmoorponys im Weserumlauftal bei Wahmbeck

Seit Juni 2004 wird dieses Naturdenkmal von Heckrindern und Exmoorponys beweidet. Das Beweidungsprojekt unter Mitwirkung des Landkreises Northeim, der Gemeinde Bodenfelde, sowie des Naturpark Solling-Vogler verfolgt das Ziel, das artenreiche Feuchtgrünland zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Die Weidetiere sollen aufkommenden Bewuchs von Weide und Erle sowie bestimmte Hochstauden verbeißen und zurückdrängen, um seltene Pflanzenarten zu erhalten.

Hochmoorbeweidung mit Galloway-Rindern und Exmoorponys

Am Rande des Hochmoors Mecklenbruch leisten Galloway-Rinder und Exmoorponys von Juni bis Oktober einen Beitrag zum Naturschutz. Sie halten die Landschaft offen und drängen das Pfeifengras zugunsten seltener Pflanzen, wie z. B. Wollgras und Arnica zurück.

Rotes Höhenvieh-Rind im Hellental und Rumohrtal

Im Hellental und Rumohrtal werden die meisten Flächen nicht gedüngt, nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht oder nur mit wenigen Tieren beweidet. Besonders auf den schlechter zugänglichen Grünlandstandorten, wie den steilen Hängen oder feuchten Weiden, führt dies zu kleinräumig miteinander verzahnten Lebensräumen. Daran sind viele seltene Pflanzen und Tiere in ihrer Lebensweise angepasst. Das Offenhalten der Flächen durch Weidevieh trägt dazu bei, Biotopmosaike aus kräuterreichem Grünland, nährstoffarmen Borstgrasrasen, Feuchtgrünland und Seggen-, Binsen- und Hochstaudensümpfe zu erhalten.

Silberborner Bergwiesen

In den 60er Jahren wurde diese gemeinschaftlich genutzte Allmendeweide der Gemeinde Silberborn noch mit Rindern beweidet. Nach der flächendeckenden Aufgabe der Landwirtschaft im Hochsolling wurden einige dieser Flächen mit Fichte zur Weihnachtsbaum-Nutzung aufgeforstet. Die Aufforstungen haben zu nachteiligen Auswirkungen auf die umliegenden Bergwiesen sowie das Landschaftsbild geführt. Durch die Beschattung der nicht standortgerechten Fichten verschwanden die artenreichen Wiesen. Seit Mai 2007 übernehmen Heckrinder, Exmoorponys und das Rote Höhenvieh die Pflege der

Bergwiesen. Durch eine extensive Beweidung werden die historisch genutzten Bergwiesen erhalten. Charakteristische Pflanzen wie das Mädesüß, wolliges Honiggras, Wiesenknöterich, die Glockenblume und verschiedene Orchideenarten können sich wieder ausbreiten. Die große Artenvielfalt der Pflanzen bringt natürlich auch ein sehr reichhaltiges Tierleben mit sich.

Schafe in der Rühler Schweiz

Die Rühler Schweiz ist Teil eines europaweiten Netzwerkes zum Schutz von seltenen Pflanzen, Tieren und Lebensräumen (Flora Fauna Habitat-Gebiet). Die Entstehung dieser vielfältigen Landschaft ist einer traditionellen Landwirtschaft zu verdanken. Besonders artenreich sind die Kalkmagerrasen mit Orchideen, Enzianen und seltenen Schmetterlingen. Ihre Entstehung verdanken sie der traditionellen Hütehaltung mit Schafen und Ziegen. Um die Artenvielfalt der Kalkmagerrasen zu erhalten, wird die Beweidung mit kleinen Herden privater Schafhalter initiiert und koordiniert.