Lebensraumroute Kathagenberg

Im NSG „Kathagenberg“ mit seinem südwestexponierten Weser-Prallhang finden Sie verschiedene, standortgemäße Laubwälder. Die Waldbilder sind sehr abwechslungsreich und setzen sich vor allem aus vielen, verschiedenen Laubbäumen zusammen. Neben Rotbuche, Eiche und Esche begegnen Sie hier Bergahorn, Roteiche und Hainbuche. Wärmeliebende Baumarten, wie z. B. die Elsbeere fühlen sich auf dem sonnenbeschienenen Steilhang außerordentlich wohl.

Ein kleiner Wanderpfad entlang des steilen Hanges bringt Ihnen die Verschiedenartigkeit der Laubbäume näher. Obwohl die Waldbestände sehr ursprünglich erscheinen, sind sie vom Menschen gepflanzt worden. Durch Oberjägermeister von Langen wurde der jahrhundertelang als Weidefläche für Schafe und Ziegen genutzte Hang Mitte des 18. Jahrhunderts wiederbewaldet. Da damals über das Wachstum der Bäume relativ geringe Kenntnisse herrschten, wurde der Kathagenberg zum Experimentierfeld für den Anbau vieler Baumarten. Neben Buche und Eiche ließ von Langen auch Weißtanne, Lärche, Elsbeere, Walnuss und Robinie pflanzen und legte damit den Grundstock für die heutigen vielfältigen Waldbestände. Davon zeugen noch heute die über 250 -jährigen dicken, knorrigen Eichen am Fuß des Hanges.

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Die Steinbrüche am Kathagenberg wurden vor Jahrzehnten und ihrer natürlichen Entwicklung überlassen. Zusammen mit den Laubmischwäldern bilden sie einen seltenen Wald-Fels-Biotop, in dem viele unterschiedliche Standortverhältnisse vorherrschen. Diese werden von vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten besiedelt. Dicht an dicht befinden sich die kleinräumig miteinander verbundenen unterschiedlichen Lebensräume. Daher nutzt der seltene felsbrütende Uhu die Steinbrüche am Kathagenberg ebenso wie die Schlingnatter und die häufig am Wasser lebende Ringelnatter — beide sind übrigens völlig harmlos. Dem europaweit geschützten Rotmilan kommt die Nähe der Weser zu Gute. Auf seiner Speisekarte stehen vor allem Kleinsäuger, wie Mäuse aber auch Reptilien, Frösche und Aas. All diese findet er in großer Anzahl Anzahl in der Weserauenlandschaft findet.

Diese Lebensraumroute führt Sie außerdem durch beeindruckende Buchenmischwälder und entlang einer alten Kastanienbaumreihe. Sie gelangen zu einem alten Hohlweg, der schon vor langer Zeit entstanden ist. Durch das ständige Befahren der Wege mit Fahrzeugen wurden hier die oberen Bodenschichten gelockert. Bei starken Regenfällen löste sich die Erde und spülte in die Täler. Im Laufe der Zeit grub sich der Weg immer tiefer ein. Hohlwege sind selten gewordene historische Elemente unserer Landschaft, die von vielen spezialisierten Tieren besiedelt werden. In den offenen Wänden leben Wildbienen, Wespen und Erdhummeln.

Die Wanderung kann in den Sommermonaten auch gut mit einer Dampferfahrt – oder Fährfahrt – nach Wehrden kombiniert werden. Über dem Wasserweg zum Kathagenberg kommend, leuchtet Ihnen das hell geweißte Schloss schon von weitem entgegen. Ein Stopp ist jederzeit über den Anlegesteg möglich. Der Gang durch den Wald bildet eine schöne Bereicherung zum Paddeln auf dem Wasser.

Film: Lebensraum Laubmischwald

Downloads

Hier können Sie den aktuellen Flyer und GPX-Daten zur Lebensraumroute downloaden. Mit GPX-Daten können Sie Ihr GPS-Gerät "füttern" und die Route bequem ablaufen.